Gesundheit

H-Milch sichert das Überleben des Zahns bei einem Unfall

©sxc.hu

Regelmäßige Bewegung tut gut – daher versuchen viele Menschen sie auch in der dunkleren Jahreszeit fest in ihren Alltag zu integrieren. Dazu gehört das Radfahren zur Arbeit genauso wie ausgiebige Joggingrunden oder der Besuch eines Fitnessstudios.

Auch wenn sich Bewegung positiv auf den Körper auswirkt, bergen sportliche Aktivitäten doch einige Verletzungsrisiken – unter anderem für die Zähne. „Dabei reichen die Verletzungen nach einem Unfall von Rissen im Zahnschmelz bis hin zum Verlust des gesamten Zahns mit einhergehender Kieferfraktur. Besonders häufig trifft es die Schneidezähne. Da diese im sichtbaren Frontbereich liegen, gilt es schnell zu handeln, Zahn-SOS-Tipps zu kennen und zu berücksichtigen“, erklärt Dr. med. dent. Uwe Hildebrand, MSc, leitender Zahnarzt der Zahnarztpraxis Oppspring in Mülheim an der Ruhr.
 

Rasches und richtiges Handeln rettet den Zahn


Ist es trotz aller Vorsicht passiert, sollten Betroffene oder im besten Fall ihre Begleiter den Zahn suchen. Diese Regel gilt auch, wenn der Zahn in mehrere Teile zersprungen oder nur ein Teil des Zahns abgesplittert ist. Im Anschluss muss er – spätestens nach 20 Minuten – feucht gelagert werden. „Durch die Feuchtigkeit bleiben die empfindlichen Zellen der Wurzelhaut länger erhalten, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, ihn wieder einsetzen zu können. Bis zu 24 Stunden kann der Zahn so überleben“, weiß Dr. Hildebrand. „Zur Aufbewahrung und für den Transport eignet sich im besten Fall eine sogenannte Zahnrettungsbox, welche ein flüssiges Nährmedium beinhaltet.“ Dieses hält bei normaler Zimmertemperatur bis zu drei Jahre. Doch nicht immer haben Betroffene solch eine in der Apotheke erhältliche Box zur Hand, Abhilfe schaffen dann kalte H-Milch, Speichel oder aber Frischhaltefolie. Auf keinen Fall sollten Verunreinigungen selbst abgewaschen werden!
 

Risiken einfach vorbeugen


Neben dem unglücklichen Zufall gibt es auch Sportarten, die von vorneherein ein gewisses Verletzungsrisiko bergen. Dazu zählt neben Boxen beispielsweise Hockey. Um Schäden an Zähnen, aber auch an Lippe, Zunge und Kieferknochen zu vermeiden, sollte es als selbstverständlich gelten, eine Zahnschutzschiene zu tragen. Diese dient dazu, Schläge abzudämpfen und zudem den Druck im Notfall gleichmäßig auf Zahn- und Mundbereich zu verteilen. Für eine optimale Passform und Kräfteverteilung lohnt sich die Anfertigung durch einen Zahntechnikermeister. „Während einfache Schienen nach dem Prinzip erhitzen und einbeißen nur einen reduzierten Schutz bieten, weil sie schlecht passen und sich leicht lockern, beeinträchtigen individuell gefertigte Schienen die Atmung nicht und  bieten zudem mehr Komfort. Die wichtigste Komponente stellt jedoch der erhöhte Schutz dar“, bewertet Dr. Hildebrand die unterschiedlichen Optionen aus seiner langjährigen Erfahrung. Glaubt man aktuellen Zahlen, steigt der Schutz durch die zahntechnische Variante sogar um bis zu 60 Prozent. Ein erhöhter Schutz, der jedoch nicht von den Krankenkassen getragen wird.     


© 724gesundheit.de/cb