Gesichtslähmung: Neurologen auf suchen

mp Köln - Intensiveres Hören ist eines der Symptome einer Gesichtslähmung.mp Köln - Intensiveres Hören ist eines der Symptome einer Gesichtslähmung.Benjamin Thorn / pixelio.de

Eine plötzlich auftretende Lähmung des Gesichts kann Ausdruck einer Funktionsstörung des Gesichtsmuskelnervs, des Nervus facialis, sein. In der Regel handelt es sich dabei um eine vorübergehende Lähmung, die nach einiger Zeit von alleine wieder verschwindet. Diese Art von Lähmung nennen Ärzte „Facialisparese“. Die ersten Warnzeichen kündigen sich bereits einige Tage vorher durch Schmerzen an. „Viele Patienten bemerken ein bis drei Tage vor der Facialisparese einen Schmerz hinter dem Ohr der gleichen Gesichtshälfte. Auch ein steifes Genick oder Schmerzen im Kiefergelenk können vorkommen“, klärt Dr. Curt Beil, Neurologe aus Köln, auf. Bei einer Gesichtslähmung hängen die Mundwinkel des Patienten herab. Es kommt auch vor, dass ein Auge nur noch unvollständig geschlossen werden kann. Je nach Lage der Beeinträchtigung des Nerven treten dazu vermehrte Tränenausschüttung, intensiveres Hören, Geschmacksstörungen oder verminderte Speichelproduktion als Symptome auf. „Die Lähmung der Gesichtsmuskulatur wird aufgrund der mimischen Einschränkungen dann von den Betroffenen oft als sehr dramatisch erlebt, ist in der Regel aber nicht akut gefährlich,“ so Beil. Dennoch sollten die Betroffenen unbedingt einen Neurologen aufsuchen. Dieser kann eine eindeutige Diagnose stellen und andere Erkrankungen - insbesondere einen Schlaganfall - ausschließen. In der überwiegenden Anzahl der Fälle von Gesichtslähmung wird keine erkennbare Ursache für die Beschwerden gefunden. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren zu entzündlichen Schwellungen führen, die den Nervenkanal verengen und dadurch Druck auf den Nerv ausüben. „Neben Entzündungen können Vireninfektionen beispielsweise durch Herpes simplex oder Herpes Zoster die Beschwerden auslösen. Eine Infektion mit Borrelien kann neben anderen Grunderkrankungen ebenso ursächlich sein. Auch kann kalte Luft oder Zugluft die Entstehung einer Gesichtslähmung begünstigen“, ergänzt der niedergelassene Neurologe aus Köln. Eine Fazialisparese tritt in jedem Alter auf, wobei die meisten Patienten mittleren Alters sind. Als Risikofaktoren gelten hoher Blutdruck und Diabetes. Darüber hinaus begünstigt extremer Stress eine Gesichtslähmung.