Für Schmerzmedikamente soll die Austauschpflicht nicht mehr gelten

mp Oberursel/Göppingen – Die Abschaffung der Austauschpflicht für starke Schmerzmittel muss durch das Bundesgesundheitsministerium geregelt werden.mp Oberursel/Göppingen – Die Abschaffung der Austauschpflicht für starke Schmerzmittel muss durch das Bundesgesundheitsministerium geregelt werden.Gerd Altmann / pixelio.de

Ein erster Schritt ist geschafft. Der Petitionsausschuss des Bundestages hat jetzt einstimmig zugestimmt, starke Schmerzmittel von der Austauschpflicht auszunehmen. Nun liegt die Verantwortung in den Händen des Bundesgesundheitsministeriums, diese Ausnahme gesetzlich zu verankern. Die Austauschpflicht verpflichtet Mediziner bei Medikamenten mit gleichem Wirkstoff das kostengünstigere zu verschreiben. Das sei bei Blutdrucksenkern recht unproblematisch, so Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS). Doch bei Schmerzpatienten würde dadurch das Therapiegleichgewicht gestört. Trotz gleichem Wirkstoff und gleicher Dosierung würden Schmerzmittel häufig unterschiedlich wirken. Was mit der unterschiedlichen Arzneimittelzubereitung zu erklären ist. Bei einer Umstellung auf ein anderes Medikament müssten Patienten immer mit einer Zunahme der Schmerzen oder der unerwünschten Nebenwirkungen rechnen.„Ist die Austauschpflicht abgeschafft, sind Ärzte bei der Verordnung stark wirksamer Schmerzmittel nicht mehr aus Angst vor Regressen zur zweit-, dritt- oder nächstbesten Lösung gezwungen. Vielmehr können wir Ärzte eine medikamentöse Therapie einleiten und vor allem weiterverordnen, die für unsere Patienten in diesem schwierigen Bereich der medikamentösen Therapie im individuellen Fall am besten geeignet und auf die er gut eingestellt ist“, erläutert Dr. Müller-Schwefe die Tragweite dieser Veränderung.