Fremdenfeindlichkeit wird schon im Kindesalter gelernt

mp Jena - Die Wurzeln für eine fremdenfeindliche Einstellung liegen bereits in der Kindheit.mp Jena - Die Wurzeln für eine fremdenfeindliche Einstellung liegen bereits in der Kindheit.Dieter Schütz / pixelio.de

Die Entwicklung von Vorurteilen bei Kindern nimmt im Vorschulalter stetig zu und erreicht zwischen fünf und sieben Jahren einen Höhepunkt. Die Wurzeln für eine fremdenfeindliche Einstellung liegen demnach bereits in der Kindheit, so das Ergebnis einer Auswertung von 113 Studien weltweit.Die Verfasser der Studie, die Jenaer Psychologen Dr. Tobias Raabe und Prof. Dr. Andreas Beelmann, fordern deshalb bereits in Grundschulen ein Trainings- und Präventionsprogramm, das Vorurteile abbauen und Toleranz gegenüber anderen fördern soll. Mit diesem Programm würden beispielsweise gemeinsame Ziele vermittelt – ähnlich wie beim Mannschaftssport. Auch mit Geschichten und Büchern könnten Vorurteile gegen Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe vermieden werden. Grundsätzlich bedeute das Studienergebnis aber nicht, dass sich im späteren Kindes- und Jugendalter nichts mehr an einseitigen Einstellungen ändern ließe. Das "Rezept" der Psychologen: Möglichst vielfältige Kontakte zu Personen, die zu unterschiedlichen sozialen Gruppen gehören. "Wer sich mit vielen Gruppen identifizieren kann, wird Menschen seltener pauschal bewerten oder sogar diskriminieren", so Beelmann.