Freie Arztwahl für Behinderte utopisch

mp Hamburg - Menschen mit Behinderung haben keine freie Arztwahl.mp Hamburg - Menschen mit Behinderung haben keine freie Arztwahl.Gerd Altmann / pixelio.de

Der Arzt hat seine Praxis in der vierten Etage ohne Aufzug – für Rollstuhlfahrer ein unüberwindliches Hindernis. Menschen mit Behinderungen müssen demnach ihren Arzt oder Therapeuten nach ganz profanen praktischen Gesichtspunkten auswählen. Die Arztwahl nach medizinischer Spezialausrichtung, besonderen Behandlungskonzepten oder Sympathie bleiben oft utopischer Luxus. Nach Aussagen der 'Stiftung Gesundheit' erfüllt gerade mal ein Drittel der humanmedizinischen Praxen in Deutschland mindestens ein Kriterium der Barrierefreiheit. Bei Zahnärzten und Psychotherapeuten ist es nur etwa jede fünfte. Insgesamt bieten nur 28,8 Prozent der Praxen und Kliniken Hilfen für Menschen mit Behinderungen an. Dabei beziehen sich diese nur zumeist auf Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Orientierungshilfen für Menschen mit Sehbehinderung bieten nur 2 147 von 238 000 Einrichtungen; also noch nicht einmal ein Prozent. Und Gehörlose können unter ganzen 434 gebärdensprachlichen Behandlern in gesamt Deutschland wählen.