Flavonoid Ladanein gegen Hepatitis-C-Viren

mp Hannover - Flavonoide kommen in vielfältiger Weise in der Pflanzenwelt vor.mp Hannover - Flavonoide kommen in vielfältiger Weise in der Pflanzenwelt vor.Peter Smola / pixelio.de

Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, die über infiziertes Blut übertragen wird. Verursacht wird sie durch das Hepatitis-C-Virus. Die Symptome der Erkrankung sind meist erst unauffällig. Wird die Infektion nicht entdeckt und behandelt, nimmt sie häufig einen chronischen Verlauf in dessen Folge es zu schweren, krankhaften Veränderungen der Leber kommen kann. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht. Die Behandlung der Krankheit ist langwierig und oft mit Komplikationen verbunden. Laut Robert Koch Institut sind in Deutschland etwa 400.000 bis 500.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Kommt es im chronischen Verlauf zu einer infektionsbedingten Leberzirrhose ist eine Lebertransplantation manchmal unumgänglich.Erfahrungen zeigen leider, dass bei Hepatitis C Patienten, die transplantierte Leber außerordentlich anfällig für eine erneute Infektion mit Hepatitis-C-Viren ist. Zudem scheint das neue Organ wesentlich schneller unter dem Virenbefall zu degenerieren. In Folge müsste es dann wieder schneller ersetzt werden.Forschungen zum Ausstieg aus diesem Kreislauf führten nun zu Untersuchungen mit einem bestimmten pflanzlichen Flavonoid, dem Ladanein. Gewonnen wird es aus dem Ungarischen Andorn (Marrubium peregrinum L.), einer krautigen, filzig behaarten Pflanze aus der Gattung der Lippenblütler. Flovonoide kommen in der Pflanzenwelt in unterschiedlichsten Formen mit vielfältigen Funktionen vor. Sie geben zum Beispiel unseren Stein- und Beerenfrüchten ihre anziehenden Farben.Das spezielle Flovonoid Ladanein scheint nun eine besondere Eigenschaft zu besitzen: Es kann Hepatitis-C-Viren daran hindern, in eine neu eingepflanzte Leber einzudringen. Der Mechanismus, mit dem der pflanzliche Wirkstoff dies bewerkstelligt, ist noch ungeklärt. Allerdings scheint er vielversprechend auch für Therapieansätze bei Viren mit ähnlicher Funktionsweise wie der der HC-Viren. „Unser Ansatz ist, dass mit der neuen Leber gleich der Naturstoff - oder eine eng verwandte Substanz - verabreicht werden könnte, denn das Ladanein verhindert, dass die Viren in die Leberzellen eindringen", sagt Sibylle Haid vom Forschungszentrum Twincore. Im Laborversuch erwies sich das Ladanein schon als wirksam und verträglich. Bis allerdings aus dem Wirkstoff ein neues Medikament werden kann, muss noch viel Forschungsarbeit geleistet werden.