Fischöl gegen biologisches Altern?

Fischoel© Christiane Heuser / pixelio.de

Omega-3-Fettsäuren, also langkettige mehrfach ungesättigten Fettsäuren, können womöglich einen Schlüsselprozess des biologischen Alterns verlangsamen

Das ergab eine neue doppelblind-placebo-kontrollierte Studie eines amerikanisches Forscherteams unter Leitung von Prof. Janice Kiecolt-Glaser von der Ohio State University. Dessen Arbeit bestätigt Erkenntnisse aus bisherigen Untersuchungen.


Zelltod verhindert


Demnach begünstigen Omega-3-Fettsäuren das Wachstum so genannter Telomere. Diese Zellbestandteile sind DNA-Fortsätze am Chromosomenende, die sich im Laufe der fortlaufenden Zellteilung und -Alterung immer weiter verkürzen und verbrauchen. Sie steuern dabei das Zellteilungsgeschehen und verhindern Veränderungen an den Chromosomen, die zur Krebsentstehung führen könnten. Sobald ihre Telomere komplett aufgebraucht sind, erleidet eine Zelle ihren biologisch vorprogramierten Zelltod - die Apoptose. Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure, EPA, und Docosahexaensäure, DHA), die dem Körper über Nahrung zugeführt werden müssen, sorgen gemäß der aktuellen Studie für einen längeren Erhalt der Telomere und damit für eine verlängerte Lebensspanne gesunder Zellen.


Omega-3-Fettsäuren


Das US-Forscherteam hatte 106 gesunden Probanden, durchschnittlich 51 Jahre alt, vier Monate lang unterschiedliche Dosen (2,5 oder 1,25 Gramm) an Omega-3-Fettsäuren oder Plazebo verabreicht. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Probanden mit der vermehrten Zufuhr von EPA und DHA sowie einem höheren Blutspiegel weniger oxidativen Stress und längere Telomere in den Immunzellen aufwiesen, als die Teilnehmer mit niedrigen Omega-3-Fettsäurespiegeln.


Zweimal Fisch pro Woche


Nahrungsergänzungen mit Omega-3-Fettsäuren könnten demnach die Schutzmechanismen gegen das biologische Alter und daraus resultierende Krankheiten optimieren, so die Wissenschaftler. Davon könnten insbesondere Menschen profitieren, die die aktuellen Zufuhrempfehlungen nicht erreichen. Um den Bedarf an langkettigen Omega-3-Fettsäuren zu decken, wird von nationalen, wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, als auch von internationalen Gesellschaften, der Verzehr von mindestens zwei Fischmahlzeiten pro Woche empfohlen.


Matjes und Makrele liegen vorn


Matjeshering und Makrele sind die beiden Fische mit dem höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (ca. 6 - 7 g pro verzehrter Portion). Aufgrund unterschiedlicher Ursachen (z.B. Überfischung und Umweltkriminalität) gehen jedoch die Seefische als natürliche Ressource zurück. Deswegen wird neben Fischöl zunehmend auch auf alternative Quellen für Omega-3-Fettsäuren, wie z.B. Algen, zurückgegriffen.



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