Epileptischer Anfall - was ist zu tun?

mp Berlin - Wer informiert ist, kann bei einem Menschen mit epileptischem Anfall Erste Hilfe leisten.mp Berlin - Wer informiert ist, kann bei einem Menschen mit epileptischem Anfall Erste Hilfe leisten.Harald Reiss / pixelio.de

Verkrampfungen, Zuckungen oder erhebliche sonstige Bewegungsunruhe sind typische Symptome eines starken epileptischen Anfalls. Die meisten Mitmenschen sind angesichts der ungewohnten Situation erst einmal hilflos und wissen nicht, was zu tun ist. „Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem epileptischen Anfall können zunächst die Polsterung oder Umlagerung des Betroffenen sein, um ihn vor Verletzungen und Stößen zu schützen. Auch sollten Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr darstellen, außer Reichweite gebracht werden“, rät Professor Bernhard Steinhoff von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin. „Keinesfalls sollten Umstehende während der krampfenden Phase die Extremitäten des Betroffenen zu fixieren versuchen, weil dadurch allenfalls zusätzliche Verletzungen entstehen können.Auch sollte kein Beißschutz in die Mundhöhle eingefügt werden. Die Wahrscheinlichkeit schwerer zusätzlicher Verletzungen des Betroffenen oder auch des Helfers ist hoch,“ warnt der Experte. Viel wichtiger sind die sorgfältige Beobachtung und der möglichst gelassene Umgang mit der zweifellos als dramatisch empfundenen Situation. Umstehende sollten solange bei dem Betroffenen bleiben, bis er sich erholt hat. Die meisten Anfälle klingen innerhalb von maximal drei Minuten von alleine ab. Ist das nicht der Fall, kann ein anhaltender epileptischer Anfall, ein so genannter Status epilepticus, vorliegen.Dieser Zustand ist lebensbedrohlich, da durch die körperliche Belastung und durch die Beeinträchtigung der Steuerung des zentralen Nervensystems wichtige Körperfunktionen ausfallen können - darunter die Steuerung von Atmung, Blutdruck und Körpertemperatur. Dauert ein einzelner schwerer epileptischer Anfall daher länger als fünf Minuten muss der Notarzt gerufen werden.