Epilepsie-Wirkmechanismus entschlüsselt

mp Boston - Eine spezielle Diät kann Epilepsie-Patienten helfen, bei denen alle herkömmlichen Medikamente nicht wirken.mp Boston - Eine spezielle Diät kann Epilepsie-Patienten helfen, bei denen alle herkömmlichen Medikamente nicht wirken.chocolat01 / pixelio.de

Epilepsie-Patienten, bei denen alle herkömmlichen Medikamente nicht wirken, können die Zahl ihrer Anfälle durch eine fettreiche, Kohlenhydratarme Nahrung reduzieren. Die als „ketogene Diät“ bezeichnete Ernährung ist schon seit langem als wirksam bekannt. Bisher wussten Ärzte aber nicht, warum sie wirkt. Nun haben Forscher des Dana-Farber Cancer Instituts und der Harvard Medical School in Boston in einer neuen Studie den Wirkmechanismus entschlüsselt. Im Mausversuch identifizierten sie das sogenannte BAD-Protein als verantwortlich für die Häufigkeit epileptischer Anfälle. Das berichtet das Deutsche Ärzteblatt in seiner Onlineausgabe. Labormäuse, die ein modifiziertes BAD-Protein besaßen und ihre Neuronen mit Ketonkörpern versorgten, hatten bedeutend weniger Anfälle. Als die Wissenschaftler das BAD-Protein wieder reduzierten, litten die Tiere erneut unter häufigeren Anfällen. Die Forscher hoffen nun, dass ihre Erkenntnisse in die Entwicklung neuer Medikamente gegen Epilepsie einfließen könnten. Besonders für Patienten, bei denen alle herkömmlichen Medikamente nicht wirken, könnte das BAD-Protein eine neue therapeutische Behandlung möglich machen.