Gesundheit

Demografie, Gesundheit, Pflege

mp Berlin - Infolge einer steigenden Lebenserwartung wird sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 in Deutschland auf bis zu drei Millionen erhöhen.mp Berlin - Infolge einer steigenden Lebenserwartung wird sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 in Deutschland auf bis zu drei Millionen erhöhen.KKH-Allianz

Infolge einer steigenden Lebenserwartung wird sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 in Deutschland auf bis zu drei Millionen erhöhen. Dennoch wird der demografische Wandel die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) laut dem "Versorgungs-Report 2012" der AOK weit weniger belasten als vielfach angenommen. Danach steigen die Gesundheitsausgaben wegen des zunehmenden Anteils Älterer an der Bevölkerung bis 2050 um 19 Prozent. Derzeit ist ein Prozent der 60- bis 64-Jährigen in Deutschland von Demenz betroffen. Die Krankheitshäufigkeit verdoppelt sich laut Versorgungs-Report in Schritten von fünf bis sechs Jahren. Im Alter von 75 und 79 Jahren liegt sie bei 7,5 Prozent, zwischen 85 und 89 Jahren bei 22,5 Prozent und ab dem 100. Lebensjahr bei 40 Prozent. Frauen ab 80 Jahre haben aktuell noch eine Lebenserwartung von knapp 8,8 Jahren. Davon verbringen sie im Schnitt noch fast sieben Jahre ohne Demenz. Männer ab 80 leben durchschnittlich noch sieben Jahre und verleben davon noch etwa sechs Jahre demenzfrei. Bei der Prognose, wie sich die Zahl der Demenzerkrankungen bis 2050 entwickeln wird, spielt die Entwicklung der Lebenserwartung eine wesentlich Rolle: Steigt die Lebenserwartung stark an, wird mit der größeren Zahl alter Personen die Zahl der Demenzkranken auf bis zu drei Millionen steigen. Das würde bei weiter schrumpfender Bevölkerungszahl einem Anteil von 4,2 Prozent aller Deutschen entsprechen.Besorgniserregend sind die gesundheitlichen Risiken für Ältere durch ungeeignete Medikamente und die gleichzeitige Einnahme vieler Arzneimittel. Derzeit erhalten rund vier Millionen Patienten über 65 Jahre mindestens ein problematisches Medikament, bei dem die Nachteile den Nutzen übersteigen. 5,5 Millionen Senioren sind Risiken durch gleichzeitige Einnahme verschiedener Medikamente ausgesetzt. "Die Arzneimitteltherapie für Ältere muss dringend verbessert werden", fordert Jürgen Klauber vom Wissenschaftlichen Institut der AOK. "Dazu können evidenzbasierte Therapieempfehlungen, hausärztliche Therapiezirkel und eine auf ältere Menschen zugeschnittene Pharmakotherapieberatung für Ärzte beitragen." Dazu zählen die von der AOK unterstützten Sturzprophylaxe-Projekte in Pflegeheimen. Sie können 20 Prozent aller Hüftfrakturen bei Heimbewohnern verhindern. Nach Berechnungen des Gesundheitsökonomen Prof. Stefan Felder von der Universität Basel steigen die GKV-Ausgaben aufgrund des zunehmenden Anteils der Bevölkerung bis 2050 um bis zu 20 Prozent. Zum Vergleich: Zwischen 2005 und 2009 sind die Ausgaben der GKV im Jahresmittel um 3,7 Prozent gestiegen. Zwar haben Felders Berechnungen ergeben, dass die steigende Lebenserwartung durchaus höhere Ausgaben nach sich zieht, aber bei weitem nicht im Ausmaß einer Kostenexplosion. Der Versorgungs-Report stützt sich auf Daten von 24 Millionen AOK-Versicherten.