Darmspülungen als Wellness-Anwendung hochriskant

Vorsicht bei Darmspülungen, die nicht fachmännisch von einem Arzt durchgeführt werden. Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) weist jetzt auf einen besorgniserregenden Trend hin: Immer häufiger werden Darmspülungen als Wellness-Anwendung durchgeführt. Das kann verheerende Folgen haben. „Angeblich sollen Darmspülungen, die von Alternativmedizinern und manchen Hausärzten durchgeführt werden, aber auch eigenständig zu Hause angewandt werden können, das Wohlbefinden auf natürlichem Wege steigern, das Immunsystem und den Kreislauf stärken, Müdigkeit verringern sowie Kopfschmerzen, Energieverluste und Gewichtszunahme bekämpfen", erläutert der Hamburger Internist Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI. „Allerdings sind weder die Wirksamkeit noch die Verträglichkeit der auf dem Markt verfügbaren Darmreinigungssysteme zur Wellness-Anwendung wissenschaftlich belegt. Vielmehr können solche Darmspülungen einer aktuellen amerikanischen Studie zufolge auch zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen haben, wenn sie nicht richtig angewendet werden - wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und Nierenversagen. Manche endeten aufgrund von Infektionen sogar tödlich." Darmspülungen werden medizinisch zur Vorbereitung endoskopischer und radiologischer Untersuchungen durchgeführt. Bei nicht fachmännischer Anwendung besteht ein hohes Risiko schwerer Nebenwirkungen. Besonders hoch ist die Gefahr bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, ausgeprägten Hämorrhoiden, Nieren- oder Herzerkrankungen und nach Darmoperationen.