Computer spürt unbekannte Nebenwirkungen auf

Bei der klinischen Prüfung neuer Medikamente werden häufig nicht alle Neben- und Wechselwirkungen erkannt. Der Grund: Die Hersteller lassen die Wirkstoffe gerne an jüngeren Patienten testen, die nach Möglichkeit keine Begleiterkrankungen haben. Außerdem nehmen die Testpersonen die Wirkstoffe nur über eine begrenzte Zeit ein. Oft treten jedoch erst nach Jahren Nebenwirkungen von neuen Medikamenten auf. Wie die Online-Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts berichtet, hat ein Team von der Stanford University School of Medicine im kalifornischen Palo Alto jetzt ein Computerprogramm entwickelt, das die Suche nach unbekannten Neben- und Wechselwirkungen erheblich erleichtern wird. Einer von vielen Vorteilen ist, dass die Daten älterer Patienten berücksichtigt werden, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Die Bioinformatiker können bereits erste Erfolge verbuchen. So wurde beispielsweise mit ihrem Computerprogramm eine bisher nicht bekannte, gefährliche Wechselwirkung von bestimmten Antidepressiva mit Bluthochdruckmitteln festgestellt. Das Ergebnis soll jetzt in klinischen Studien geprüft werden.