Bypassoperationen für das Gehirn fragwürdig

mp Berlin - Bypassoperationen für das Gehirn bringen keinen Nutzen.mp Berlin - Bypassoperationen für das Gehirn bringen keinen Nutzen.Dieter Schütz / pixelio.de

Ein Gefäßbypass verbessert die Situation von Schlaganfallpatienten nicht und schafft auch keinen Vorteil gegenüber medikamentösen Therapien Die Ursache für Schlaganfälle liegt meist in arteriosklerotisch bedingten Veränderungen der Blutgefäße. Das heißt, dass die Adern durch Ablagerungen verengt sind und der Blutfluss dadurch eingeschränkt ist. Verstopfen die Blutzuleitungen gänzlich, kommt es zu einem Hirninfarkt, wie man den Schlaganfall auch bezeichnet.Mit einem Bypass wird versucht, die verstopfte Stelle zu überbrücken und die Durchblutung des Gehirns wieder herzustellen beziehungsweise zu verbessern und einen erneuten Infarkt zu verhindern. Dazu wird ein Blutgefäß aus der Kopfhaut mit der Arterie verbunden und das Blut so um die schadhafte Stelle zum Gehirn geleitet. Doch wie jede Operation ist auch diese mit Risiken verbunden und bringt dem Patienten keinen Nutzen.Das konnte jetzt in einer amerikanischen Studie erneut bestätigt werden. Demnach erleiden rund 20 Prozent der Schlaganfallpatienten innerhalb von zwei Jahren einen erneuten Infarkt. Unabhängig davon, ob sie operiert oder nur medikamentös behandelt werden. Bei 14 Prozent der Operierten tritt der Rückfall sogar schon innerhalb der ersten 30 Tage nach der Operation auf.So ist das bei Operationen grundsätzlich gegebene Risiko das Hauptargument gegen eine Bypassoperation für das Gehirn. Das bestätigt auch Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Sprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft für Neurologie: "Dies ist bereits die zweite Studie, die keine Überlegenheit der Bypassoperation gegenüber einer aggressiven konservativen Therapie gezeigt hat. Sie belegt erneut, wie wirksam eine konsequent durchgeführte medikamentöse Schlaganfallprävention ist."