Burnout: Emotionale Fitness ist die beste Prävention

Erich HotterAutor und Studienleiter Erich Hotter © Arge Burnout

Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) sieht Burnout nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als Prozess, der in eine Depression übergehen kann. Diese Sichtweise deckt sich mit den Ergebnissen zahlreicher Studien, die von der Arge Burnout in Graz durchgeführt wurden. Studienleiter Erich Hotter von der Arge Burnout hat gemeinsam mit Prof. M. Burisch (Universität Hamburg) und Prof. P. Hofmann (MedUni Graz) das Burnout-Risiko verschiedener Berufsgruppen untersucht und dabei auch den Zusammenhang von Burnout-Risiko und Depression dargestellt.



Die Ergebnisse dieser Testreihe mit mehr als 15.000 TeilnehmerInnen (ÄrztInnen, RichterInnen, Angestellte, LehrerInnen, ManagerInnen, UnternehmerInnen, Krankenschwestern) zeigen drei wichtige Ergebnisse:

1. Burnout ist ein Prozess der mit einem 3-Phasen-Modell der Arge Burnout verständlich gemacht werden kann:
Phase 1: Vorübergehende Überarbeitung führt zu Anspannung und dem Gefühl von „Ich kann nicht mehr“. Rechtzeitig eingelegte Regenerationsphasen (z.B. Wochenende mit Familie, Freunden ...) bringt das wieder in Ordnung. Kein erhöhtes Risiko.

Phase 2: Dauert die Belastung zu lange an, dann kommt es zu Gefühlen von emotionaler Taubheit und Kontrollverlust. Die Betroffenen zweifeln immer mehr daran, dass sie mit den Herausforderungen fertig werden können, versuchen aber häufig, dies durch erhöhte Aktivität zu kompensieren. Typische Anzeichen sind nun sozialer Rückzug, Desinteresse an Hobbys und das gehäufte Auftreten von körperlichen Beschwerden.

Phase 3: „Verzweiflung“. In dieser letzten Phase zeigen sich die Symptome einer voll entwickelten Depression und die Betroffenen suchen nun professionelle Hilfe.

2. Als Auslöser sind der Arge Burnout von tausenden TestteilnehmerInnen am häufigsten genannt worden: erhöhter Zeit- und Arbeitsdruck, Mangel an Anerkennung und Unterstützung und zunehmende Bürokratisierung, die als sinnlos erlebt wird. Der schädlichste Faktor ist aber sozialer Stress: Wer Probleme mit Vorgesetzten und Kollegen hat, dessen Burnout-Risiko liegt weit über dem Durchschnitt.

Emotionale Fitness ist die beste Burnout-Prävention. In den Vorträgen und Seminaren bietet die Arge ein Programm für Emotionale Fitness an (in Buchform: „7 Schritte gegen Burnout“ von Erich Hotter). Unter Emotionaler Fitness versteht die Arge die Fähigkeit, mit den zunehmenden Herausforderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft positiver umzugehen. Dabei können uns angeborene, kulturelle und individuell erworbene Einstellungen und Gewohnheiten im Weg sein. In Vorträgen und Seminaren machen die Burnout-Spezialisten um Erich Hotter diese Einschränkungen bewusst und bieten positive Alternativen an.

Dazu passt auch die neuste Einschätzung des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Stress und psychische Belastungen führen nach der Einschätzung des Verbandes zu immer mehr Beeinträchtigungen. In einer aktuellen Online-Umfrage (Oktober 2012) im Auftrag des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte gaben rund 30 Prozent der Befragten an, ihre Arbeit wegen seelischer Probleme zu vernachlässigen. 40Prozent erklärten, dass der Stress am Arbeitsplatz es ihnen schwierig mache, die familiären Verpflichtungen zu erfüllen. Der Verbandspräsident betonte, dass im Jahr 20120 in Deutschland 70.000 Arbeitnehmer wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen vorzeitig aus dem Beruf ausgeschieden seien.