Burnout bei Lehrern

Burnout - das bedeutet in der Regel Leistung bis zur völligen Erschöpfung. Die Freude am Beruf geht verloren. Der Mensch erkrankt an seiner Arbeit. Obgleich schon als Modeerkrankung belächelt, ist der Burnout doch ernst zu nehmen. Im Lehrerberuf häufen sich die Fälle dieser Erschöpfungsdepressionen. Die Folgen sind schwerwiegend: Die Krankschreibungen und damit Ausfälle nehmen zu. In der Regel führen diese Auszeiten aber nicht zu einer maßgeblichen Besserung des Dauerstresses. Kurt Hofer von der Pädagogischen Hochschule Bern hat das Thema nun in einer Studie aufgearbeitet. Die Ergebnis: Lehrer, die unter Burnout leiden, arbeiten sehr leistungsorientiert. Dennoch bekommen sie häufig negative Rückmeldungen, sowohl von Seiten der Schulleitung, als auch seitens der Schüler und Eltern. Ein wichtiger Aspekt scheint hierbei die wachsende Verunsicherung der Lehrer durch neue Reformen zu sein. In vielen Fällen führen über die Köpfe der Lehrenden hinweg entschiedene Neuerungen zu einem Gefühl der Entfremdung von der Schule und vom Lernstoff, der zu vermitteln ist.Auch der Eindruck, dem System nicht mehr zu genügen, scheint eine Rolle beim Burnout zu spielen. Oft verstärken die Betroffenen dann noch ihre Bemühungen, einen guten Job zu machen. Wird der Arbeitseinsatz zu groß, und ändert sich die seelische Belastung nicht, kommt es zum Zusammenbruch.Das Berner Forschungsteam hält in diesen Fällen ein gezieltes Coaching für wirkungsvoll. Das bedeutet, dass die betroffenen Lehrkräfte eine speziell geschulte Person zur Seite gestellt bekommen. Diese unterstützt sie beratend, bis sich die Situation wieder normalisiert hat. Auszeiten halten die Schweizer Forscher für nicht effizient, da sich auch bei längerer Abwesenheit die grundliegende Problematik und das Arbeitsverhalten nicht verändern. Im Gegenteil: Langes Fernbleiben vom Job führt nicht selten noch zu einer zusätzlich belastenden Stigmatisierung des betroffenen Lehrers.