Augenleiden und Schwangerschaft

mp Heidelberg - Ein Augenleiden sollte kein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.mp Heidelberg - Ein Augenleiden sollte kein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.myself / pixelio.de

Immer noch werden Frauen, die an bestimmten Erkrankung der Augen leiden, vor den negativen Folgen einer Schwangerschaft gewarnt. Die Ansicht, dass Kinderwunsch und spezielle Augenleiden unvereinbar seien, kursiert zum Teil bis heute auch in der Medizinerwelt. Dabei sind die Bedenken laut Aussage der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) unbegründet, solange die Schwangere unter augenärztlicher Kontrolle bleibt. Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Pressesprecher der DOG aus Frankfurt dazu: „Bis in die 1970er Jahre hinein wurde Frauen mit Diabetes mellitus zu einem Abbruch der Schwangerschaft geraten, wenn der Augenarzt eine Retinopathie festgestellt hatte“. Man befürchtete ein schwangerschaftsbedingtes Fortschreiten der Schädigungen der Netzhaut und Blutungen im Auge durch die Presswehen bei der Geburt. Auch die Meinung, dass stark kurzsichtige Frauen nicht vaginal entbinden dürften, sei überholt. Dies betont Dr. Friederike Mackensen, augenärztliche Leiterin des Interdisziplinären Uveitiszentrums in Heidelberg. „Der bei starker Kurzsichtigkeit verlängerte Augapfel erhöht zwar allgemein das Risiko, dass sich in der Netzhaut Risse bilden“, so die Ärztin. Sie fügt aber hinzu, dass sich dieses Risiko nicht allein auf den Zeitraum der Schwangerschaft und Geburt beschränke. Während der Schwangerschaft stelle sich bei Glaukom und Uveitishäufig sogar häufig eine Besserung des Leidens ein. Zwar bleibe beim Glaukom die eigentliche Geburt ein kritischer Faktor, aber auch hier gebe es Mittel und Wege, die Augen vor Schäden zu bewahren, so Dr. Mackensen.Insgesamt gilt: Schwangere Frauen, die unter einer Erkrankung der Augen leiden, sollten sich ophthalmologisch beraten lassen. Bei Kinderwunsch sollten die von Augenleiden betroffenen Frauen mit der Schwangerschaft nicht allzu lange warten - mit fortschreitendem Alter verschärft sich auch das Risiko für augenheilkundliche Komplikationen.