Asthma-Medikamente schaden nicht in der Schwangerschaft

mp Hannover - Damit es nicht zu einer Unterversorgung des Fötus mit Sauerstoff kommt, müssen Asthma-Medikamente in der Schwangerschaft weiterhin eingenommen werden.mp Hannover - Damit es nicht zu einer Unterversorgung des Fötus mit Sauerstoff kommt, müssen Asthma-Medikamente in der Schwangerschaft weiterhin eingenommen werden.Benjamin Thorn / pixelio.de

Frauen, die unter Asthma leiden, müssen ihre Medikamente während der Schwangerschaft unbedingt konsequent weiter einnehmen. Denn wenn die Medikamente weggelassen werden, kann das Asthma außer Kontrolle geraten. Dann besteht die Gefahr, dass die Schwangeren starke Atemnot bekommen und zu Notfallarzneien greifen müssen. Diese wiederum können auf den Fötus schädigend wirken. Wenn die vorbeugenden Asthma-Medikamente jedoch weiterhin vorschriftsmäßig eingenommen werden, schaden sie dem heranwachsenden Kind nicht. Das belegt eine aktuelle dänische Studie an über 4 000 Neugeborenen von Asthma-Patientinnen. Die größte Gefahr für Mutter und Kind geht also vom Asthma selbst aus. Deshalb ist es sehr wichtig, die Grundkrankheit konsequent von Beginn bis zum Ende der Schwangerschaft medikamentös optimal einzustellen und regelmäßig von einem Arzt kontrollieren zu lassen. „Atemprobleme bei einer Schwangeren können zu einem bedeutsamen Absinken des Sauerstoffgehalts im mütterlichen Blut, über das der Fötus versorgt wird, führen. In Abhängigkeit davon, wann, wie lange und wie schwerwiegend sich ein solcher Engpass bei der mütterlichen und gleichzeitig kindlichen Sauerstoffversorgung auswirkt, kann es zu Fehlgeburt, zu Missbildung oder auch zu mehreren Geburtsfehlern des Kindes kommen. Das Risiko der Sauerstoffunterversorgung lässt sich aber deutlich senken, wenn Asthmatikerinnen ihr Asthma auch während der Schwangerschaft medikamentös sicher unter Kontrolle halten“, erläutert Professor Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover. Asthma verschlimmert sich bei jeder dritten Patientin in der Schwangerschaft. „Das Schwangerschaftshormon Progesteron verstärkt die Entzündungsreaktionen des Körpers und damit kommt es auch zu einer Verstärkung der Asthmabeschwerden. Vor allem die Gefahr von gravierenden Asthma-Anfällen nimmt zu“, erklärt Morr.