Altersblindheit: Forscher machen Fortschritte

mp Bonn - Unbehandelt führt die Erkrankung der zentralen Netzhaut zur Erblindung.mp Bonn - Unbehandelt führt die Erkrankung der zentralen Netzhaut zur Erblindung.Ralph Aichinger / pixelio.de

Die Erkrankung der zentralen Augennetzhaut ist die Hauptursache für Altersblindheit. Dabei geht die Sehschärfe im Zentrum des Blickfeldes allmählich verloren. Betroffene sehen deshalb in der Bildmitte nur noch einen dunklen Fleck, der das Lesen und Erkennen von Gesichtern unmöglich macht.Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Bonn haben jetzt mit Forschern aus den USA Hautzellen eines Menschen in das Stadium embryonaler Stammzellen „zurückprogrammiert“. Daraus gewannen sie gesunde Zellen, die sie im Labor erkrankten Ratten unter die Netzhaut transplantierten. Bei den Tieren konnte so der fortschreitende Untergang der Sehzellen gestoppt werden. "Die häufige, trockene Manifestationsform der Erkrankung lässt sich bislang nicht behandeln", erklärt Privatdozent Dr. Tim U. Krohne von der Universitäts-Augenklinik Bonn. Mit seinem Ansatz könnte sich die Augenkrankheit in Zukunft vielleicht therapieren lassen."Wenn die Zellen aus der eigenen Haut der Patienten gewonnen werden, gibt es keine Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation. Es handelt sich deshalb um einen sehr interessanten Ansatz zum Zellersatz," so Krohne. Bis zu einer therapeutischen Anwendung müssen jedoch noch viele klinische Tests absolviert werden. Forschergruppen in den USA und England haben bereits damit begonnen, diese aufwändigen klinischen Studien durchzuführen.