Aktionstag „Praxis ohne Helferin“

Foto: Alfred J. Hahnenkamp / pixelio.de

Am Aktionstag „Praxis ohne Helferin“ blieben Zehntausende von Arztpraxen geschlossen.


Am 10. Oktober 2012 fand der Aktionstag „Praxis ohne Helferin“ statt und viele verzweifelte Patienten standen vor verschlossenen Türen. Denn an den Praxisschließungen nahmen bundesweit zehntausende Praxen teil. In diesen Arztpraxen fand entweder ein eingeschränkter Betrieb statt, andere Praxen blieben ganztags zu. Trotz der am Abend des 9. Oktober 2012 erzielten Einigung zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Krankenkassen beteiligten sich zusätzlich bundesweit tausende Medizinische Fachangestellte und Ärzte an über 30 Demonstrationen vor Krankenkassenzentralen im gesamten Bundesgebiet.

„Heute haben wir einen eindrucksvollen Schulterschluss von Ärzten und Praxispersonal erlebt. Das sollte ein deutliches Signal an die Krankenkassen sein, dass Arzthonorare Praxishonorare sind und im Wesentlichen dazu dienen, den Betrieb der niedergelassenen Arztpraxen aufrecht zu erhalten“, erklärt Dr. Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz der Ärzteverbände und Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes.

Deshalb seien auch 0,9 Prozent Erhöhung für ärztliche Preise zu wenig, um die Kosten- und Preissteigerungen der letzten fünf Jahre auszugleichen. „Diese Preispolitik der Krankenkassen gefährdet mittelfristig auch die Arbeitsplätze von Arzthelferinnen und medizinischen Angestellten“, betont Dr. Heinrich. Auch die Arbeitsbedingungen sind für viele niedergelassene Ärzte unbefriedigend. „Der hohe – großteils durch die Krankenkassen verursachte – bürokratische Aufwand, Regressandrohungen und die Einschränkungen bei der Auswahl der Medikation behindern die Arbeit in den Praxen. Wir sind Ärzte und nicht Bürokraten“, appelliert Heinrich an die Adresse der Krankenkassen.

Quelle: Nav-Virchow-Bund